Forum für psychoanalytische Forschung

Januar 31, 2007

Blog Statistik

Gespeichert unter: blog — church-lippmann @ 3:19

Laut Statistik wurde das blog bisher 1232 Mal aufgerufen. Die meisten Treffer erlangte dabei der Beitrag „blog zur Neuropsychoanalyse“. Die häufigsten Suchbegriffe sind: Neuropsychoanalyse, Hirnforschung, Psychoanalyse. Bei google landet das blog beim Suchbegriff Neuropsychoanalyse an vierter Stelle. Das Thema ist also allgemein von Interesse – ich fände es toll, falls jemand zu dem Kächele/Roth-Projekt berichten würde. Es wird bestimmt gelesen.

Ansonsten wurde das blog bis jetzt erst einmal verlinkt (http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Widescreen/links).

Abduktion – Apagoge: Spurensuche

Gespeichert unter: Aristoteles, Logik, Peirce, Psychoanalyse — Schlagworte: , , , — church-lippmann @ 2:00

Nachdem auf dem letzten Forumstreffen von Frau Prof. Löchel die Fährte „Abduktion nach Aristoteles“ ausgestreut wurde, habe ich mich im Netz auf Spurensuche begeben.

Der Begriff der Abduktion ist in der neueren Philosophiegeschichte vorallem durch C.S. Peirce bekannt geworden. Dieser bezieht sich auf die Schlussform der Apagoge, die Aristoteles von der Induktion und Deduktion abgrenzt (Erste Analytik II, 25, 69a) . „Die Übersetzung des Begriffs Apagoge mit Abduktion erfolgte 1597 erstmals durch Julius Pacius, einen Heidelberger Rechtsprofessor.“ (vgl.:http://de.wikipedia.org/wiki/Abduktion_%28Wissenschaftstheorie%29)

Sehr schlicht formuliert wird allgemein unter Abduktion folgende Schlußform verstanden:

Wenn es regnet wird die Straße naß.

Die Straße ist naß.

Also hat es geregnet.

Ein streng formallogisch nicht erlaubter Schluß, da der Umkehrschluß nicht erlaubt ist – es kann auch ein Straßenreinigungsfahrzeug vorbei gefahren sein. Die Abduktion ist ein Schluss auf das Wahrscheinliche.

Einige Übersichtsartikel, die sich jedoch inhaltlich vorallem auf Peirce beziehen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Abduktion_%28Wissenschaftstheorie%29
http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/DENKENTWICKLUNG/Abduktion.shtml
http://www.lexika24.de/lexikon/medizin/a/abduktion.html

Wer seine Peirce Kenntnisse vertiefen will, sei an die Artikelsammlung der Homepage des Arbeitskreises Abduktionsforschung der Uni Frankfurt verwiesen:
http://user.uni-frankfurt.de/%7Ewirth/index.html

Aus dieser Sammlung möchte ich besonders auf den Aufsatz „Gültige Entdeckung des Neuen? Zur Bedeutung der Abduktion in der qualitativen Sozialforschung“ von Jo Reichertz hinweisen – er scheint mir dem Begriff einigermaßen gerecht zu werden und ist leicht verständlich (wenn auch anti-psychoanalytisch):
http://user.uni-frankfurt.de/~wirth/texte/reich.htm

Insgesamt scheint sich die scientific community darin einig zu sein, dass die Abduktion als Schlussform im Gegensatz zur Induktion oder Deduktion das Neue zu lässt, aber gerade aus diesem Grunde nicht notwendig ist. Deshalb bedarf es nach der Abduktion, der Deduktion und schließlich der Induktion im Experiment. Ganz sicher bin ich mir jedoch nicht, insbesondere weil Jo Reichertz in einem anderen Text bestreitet, dass sich bei der Abduktion um eine Schlussform handelt – es sei vielmehr ein Handlungstypus. Dieser Artikel ist aber auch wegen der umfassenden Darstellung der Rezeptionsgeschichte der Theorie Peirces lesenswert:
http://www.uni-essen.de/kowi/reichertz/downloads/abduktion.pdf
Mir scheint mit meiner gefährlichen und frischen Halbbildung Peirce ein sympathischer und bis zum äußersten reflektierter Positivist zu sein. Der Begriff der Abduktion erscheint mir als Ausbruchsversuch aus der formalen Logik, der jedoch – so mein Verdacht – doch der formalen Logik verhangen bleibt, da er die Formen der Logik nicht auf ihre inhärente Dialektik reflektiert, bzw. inhaltlich begründet (der lexika24 Artikel nennt dem entsprechend die Dialektik nach Hegel als „konkurriende Wissenschaftstheorie“). Einiges, was Peirce schreibt läßt sich mit dem psychoanalytischen Prozeß in Einklang bringen, anderes nicht…

Soviel zur breit vorhandenen Nebenfährte. Über die Apagoge findet sich weniger im Netz. Z.B. folgender Eintrag aus Kirchners „Wörterbuch der philosophischen Grundbegriffe“:
http://www.textlog.de/1099.html

Dieser ordnet jedoch die Apagoge unter die rhetorischen Schlüsse ein.

Das schon zitierte 25. Kapitel des zweiten Buches der Analytik von Aristoteles findet sich hier:
http://www.aristoteles-heute.de/SeinAlsGanzesUnbewegt/Logik/Analytik1/Analytik1225.htm

Und wer es genau wissen will – und das wollen wir doch wohl -, der wird wohl auf der Suche nach antiken Schlußformen, die das neuzeitliche Denken aus sich ausgeschlossen hat, Aristoteles selbst ausführlicher studieren müssen und dabei folgende Quelle zu Rate ziehen:
http://www.aristoteles-heute.de/SeinAlsGanzesUnbewegt/Logik/Aristoteles%20-%20Organon.pdf

Das komplette Organon des Aristoteles als pdf mit praktischen Lesezeichen – manchmal liebe ich das Netz.

November 17, 2006

Mein Text zur Zepfschen Theorie der Repräsentanzwelt

Gespeichert unter: Psychoanalyse, Text, Trieb — Schlagworte: , — tsto @ 2:13

Liebe TeilnehmerInnen,

Hier noch einmal mein Zepf-Dokument…

Viele Grüße,

Timo

Triebbegriff und Affektkonzeption Zepf

September 8, 2006

Bernd Nitzschke

Gespeichert unter: Freud, Psychoanalyse, Psychologie, Sexualität, Text, Trieb — church-lippmann @ 1:18

Bernd Nitzschke hat zahlreiche seiner Texte im Netz veröffentlicht (http://www.werkblatt.at/nitzschke/start.html). Für unsere Diskussion des Triebbegriffs halte ich besonders zwei Texte für interessant:

Die Bedeutung der Sexualität im Werk Sigmund Freuds

Der historische Hintergrund der Beziehungen zwischen akademischer Psychologie und Psychoanalyse

Im ersten Text setzt sich Nitzschke sehr detailiert mit dem freudschen Begriff der Sexualität und damit mit dem Begriff des Sexualtriebs, auseinander – sehr spannend so lange er dicht bei Freud bleibt. Im zweiten Text wird deutlich wie weitgehend Freud die Psychoanalyse als Psychologie verstanden hat und wie tiefgreifend zugleich die Differenzen zur akademischen Psychologie waren und sind.

September 1, 2006

Kritik an Lorenzers Triebbegriff

Gespeichert unter: Freud, Lorenzer, Text, Trieb — Schlagworte: , , , , , , — church-lippmann @ 10:43

Liebe ForumsteilnehmerInnen,

wie versprochen, stelle ich hiermit mein Referat über den Triebbegriff Lorenzers ins Netz. Es ist jedoch unvollständig und ich muss gestehen, dass ich z.Z. weder Zeit noch Lust habe es bis zum Ende auszuformulieren. Ich denke es dürfte genügen, wenn ich die Argumentation beim nächsten Treffen fort führe. Es fehlen die Diskussion des Kraftbegriffs, der Methode Lorenzers, des frühen Lorenzers, als auch Lorenzers Selbsteinschätzung Kritische Theorie zu betreiben. Ich werde hierfür bis zum nächsten Mal ein paar Zitate zusammen stellen.

Der Text: Sachvorstellung Erinnerungsspur Trieb

Da ich auf einen Vortrag von Christine Zunke (Das Gehirn als Material und Idee) bezug nehme, hier der Vortrag: gg.doc

Juli 19, 2006

Tagung: Erinnerungsspuren

Gespeichert unter: Tagung — church-lippmann @ 8:52

Auch wenn die website schon den meisten ForumsteilnehmerInnen bekannt sein dürfte, so möchte hier nochmal auf die website der Tagung „Erinnerungsspuren – Überlebsel aus den Anfängen der Psychoanalyse“ aufmerksam machen. Die Tagung findet vom 08.-10.12.06 in Bremen statt.

Aus der Ankündigung: „Anlässlich des 150. Geburtstages des Begründers der Psychoanalyse soll diese Tagung Gelegenheit bieten, 110 Jahre psychoanalytische Theoriebildung vor dem Hintergrund aktueller Fragestellungen kritisch zu hinterfragen. Der Brief, den Sigmund Freud am 6.12.1896 an Wilhelm Fließ schrieb, bietet sich dabei in besonderer Weise an, auch wenn die Idee auf den ersten Blick exzentrisch scheinen mag….“

http://www.erinnerungsspuren.org/

Juli 18, 2006

In eigener Sache

Gespeichert unter: blog — church-lippmann @ 2:34

Ich möchte hiermit alle ForumsteilnehmerInnen dazu einladen, an dem blog „Trieb und Spiel – Psychoanalyse und Game Studies“ (http://triebundspiel.wordpress.com/) mitzuarbeiten. Das blog soll sich in erste Linie um Psychoanalyse und Computerspiele drehen, doch sind auch posts zu Kulturanalyse, psychoanalytischer Methode oder Kulturindustrie, bzw. Populärkultur, herzlich willkommen. Es reicht ein vorhandener wordpress account und eine mail an mich, damit ich eine Berechtigung zum Posten freischalte.

Juli 11, 2006

Google Recherche

Gespeichert unter: Freud, Laplanche, Lorenzer, Trieb — church-lippmann @ 11:09

Zur Vorbereitung des nächsten Treffens habe ich ausführlich google konsultiert und nach Beiträgen zur Triebtheorie von Freud, Laplanche und Lorenzer recherchiert (der vierte Autor, den wir besprechen wollten, ist mir leider entfallen). Das Ergebnis sieht einigermaßen traurig aus. Zwar gibt es eine Unmenge von Bezügen zur freudschen Triebtheorie, aber kaum einen Text, der sich ausführlich mit der freudschen Triebtheorie beschäftigt. Die wenigen Übersichtstexte interpretieren Freud entweder biologistisch, wie z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/Triebtheorie oder wenden sich von Freud ab (ein kleines Kuriosum: Karol Wojtyłas Kritik an Freuds Libidobegriff). Zu Lorenzers Triebtheorie habe ich auch keine ausführlichere Erläuterung gefunden (außer im Mix-up mit Reichs Orgon-theorie: Grundlagen der Sexualität (pdf)). Interessant scheint mir das Buch „Freud und das sexuelle: Neue psychoanalytische und sexualwissenschaftliche Perspektiven“, das von Ilka Quindeau und Volkmar Sigusch herausgegeben wurde, zu sein. In den Artikel von Peter Passet „Ein psychoanalytisches Wiederlesen der >>Drei Abhandlungen<<“ kann man in google-books reinlesen (google books: Freud und das sexuelle). Also, falls jemand spannende Links, Literaturtips oder gar eigene Texte zum Triebbegriff (zur Abgrenzung wären auch Wunsch und Begehren sehr interessant) hat, dann einfach posten.

Juli 3, 2006

Rückkehr vor Freud II: Literatur

Gespeichert unter: Hirnforschung, Text, blog — frankdirkopf @ 5:00

Auf meine Anfrage nach der Bitte von Lars, den erwähnten Text von Peter Schneider hier reinzustellen, bekam ich von demselbem die folgenden vier Texte (alle zum Thema), von denen ich ja nur den einen gelesen habe und die ich auf die schnelle leider nur grob folgendermassen sortieren kann: Der erste Text gibt in der Fussnote auf der ersten Seite die Quellenangaben der anderen und stellt sich dort als „Zusammenfassung“ der dortigen Gedanken vor; der letzte ist der von mir erwähnte, leider nicht in der letzten Fassung, weswegen gegenüber der Publikation der dortige erste Abschnitt fehlt.

Freuds konkrete Atopie

Psychoanalyse und Neurowissenschaften: Inkompatibilität!

Freud und das Konzept der psychischen Lokalität

Die De-Lokalisation der Seele

 

Juni 30, 2006

Kritischer Dialog

Gespeichert unter: Hirnforschung, Text — church-lippmann @ 6:17

Unter http://www.psychoanalyse-aktuell.de/wissenschaft/neurowissenschaft.html ist ein Artikel von Marianne Leuzinger-Bohleber zum „Dialog“ zwischen Neurowissenschaften und Psychoanalyse erschienen. Sie referiert zunächst die Geschichte dieses Dialogs und hält diesen prinzipiell für fruchtbar. Lorenzer bestimmt sie als einen Vorreiter des aktuellen Diskurses. Gegen Ende des Artikels warnt sie jedoch mit einem Zitat von Michael Hagner vor einer Verflachung des Denkens und des Erforschens des „psychischen Lebens“ durch das Paradigma der Bildgebendenverfahren.

Auch in diesem Artikel wird mir nicht deutlich, worin der Erkenntnisgewinn für die Psychoanalyse besteht. Das einzige Beispiel ist die Länge der Zeit (bzw. das Durcharbeiten), die die Analyse bedarf um psychische Strukturen zu ändern. Hier gewährt die Neurowissenschaft scheinbar Rückendeckung in dem sie belegt, dass sich die physiologischen Korrelate nicht schlagartig zu ändern vermögen. Die Neurowissenschaften werden hierbei als eine Art objektiver Maßstab präsentiert, mit dem sich die Psychoanalyse als kompatibel zu erweisen hat.

Ansonsten finde ich es erwähnenswert, dass die Fokussierung auf Hirnstrukturen zu einem linearen Verständnis der Zeitlichkeit zu führen scheint. Frühkindliche Erfahrungen prägen Hirnstrukturen, die sich schwerlich ändern lassen und die sozusagen an sich das weitere Leben determinieren. Dieses Verständnis von Zeitlichkeit, mit dem sich keinerlei Nachträglichkeit denken lässt, findet sich übrigens auch schon in Lorenzers Konzept der leiblichen Engramme/Interaktionsformen.

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