Liebe ForumsteilnehmerInnen,
diesen Freitag möchte ich anhand von drei Thesen/Fragmenten, die ich aus meiner Diplomarbeit extrapoliert habe, mein Verständnis der psychoanalytischen Kulturanalyse darstellen. Ich stelle nun diesen Text als Rohentwurf auf das blog. Dieser Rohentwurf entspricht nicht den akademischen Standards, da ich nur teilweise die verschiedenen Mütter und Väter der hier entworfenen Gedanken angebe und wenn ich sie angebe z.T. ungenau mit den Quellenangaben bin. Zur Vorbereitung der Diskussion wird dieser Entwurf – so hoffe ich – genügen.
Ich entschuldige mich ausdrücklich für die späte Fertigstellung dieser Thesen. Ich dachte es würde mir leicht fallen die kulturtheoretischen und kulturanalytischen Überlegungen aus meiner Diplomarbeit zusammen zu fassen, doch das Gegenteil ist der Fall gewesen. Zum einen bin ich mittlerweile recht unzufrieden mit meiner Diplomarbeit, zum anderen erwies es sich als schwierig Momente aus der Argumentation der Diplomarbeit heraus zu reißen und neu zu begründen. Im Ergebnis bin ich nun auch mit den Thesen unzufrieden. Ich stelle deshalb auch meine Diplomarbeit auf das blog, vielleicht erhellen sich beide wechselseitig. Wer noch Lust und Zeit hat kann ja reinkucken.
Ich habe eine fragmentarische Form gewählt, damit wir am Freitag wählen können ob wir alle drei Thesen oder nur eine diskutieren wollen. Inhaltlich hängen die Fragmente zusammen und überschneiden sich z.T., lassen sich aber getrennt voneinander diskutieren.
Die Reihenfolge, in der ich die Thesen darstelle ist relativ systematisch, dies muss jedoch nicht die Reihenfolge sein, in der die Thesen diskutiert werden müssen – im Gegenteil: Ich würde gerne mit den methodischen Überlegungen zu den Paradigmen des doppelten Bodens und des Vexierbildes beginnen.
Thesen zur Kulturanalyse
Diplomarbeit
Ich möchte hiermit alle ForumsteilnehmerInnen dazu einladen, an dem blog “Trieb und Spiel - Psychoanalyse und Game Studies” (http://triebundspiel.wordpress.com/) mitzuarbeiten. Das blog soll sich in erste Linie um Psychoanalyse und Computerspiele drehen, doch sind auch posts zu Kulturanalyse, psychoanalytischer Methode oder Kulturindustrie, bzw. Populärkultur, herzlich willkommen. Es reicht ein vorhandener wordpress account und eine mail an mich, damit ich eine Berechtigung zum Posten freischalte.
Bin gerade nebenbei gestossen auf einen Text von Peter Schneider, der sich den "Furor des Lokalisierens" (Mittelweg 36, 11, 1 (feb 2002), 77-91), einen wohl nicht unwesentlichen Aspekt der Hirnforschung, vornimmt. U.a. mit dem Befund, mit der Vorstellung eindeutiger Lokalisierbarkeit kehrt sie zu Positionen zurück, die Freud nicht einfach fremd sind, sondern die er auf dem Weg zur Psa dezidiert überwunden hat (die Hoden der Aale finden…). Vielleicht muss die Psa ja dafür (wieder) hochgehalten werden, damit man sich an einer an ihr angelegten Regressionslinie der Theorieentwicklung orientieren kann (sich die Hirnforschung selbst dort lokalisieren kann). (Womit hat Freud sich eigentlich etwa um 1860 beschäftigt, nur damit man weiß, wohin die Reise geht?) Eine, wie mir scheint, einschlägige Freud-Stelle zu diesem Thema findet sich übrigens in "Das Unbewusste" (GW X, 273f.).
Dies ist nun unser weBLOGbuch. Posten kann jeder, der sich bei mir angemeldet hat (siehe mail) - kommentieren ist ohne Anmeldung möglich.
Offene Fragen sind:
- Soll diese Seite von anderen verlinkt werden, d.h. wollen wir öffentlich diskutieren?
- Wollen wir selbst andere Seiten verlinken, wie "about" eine page einfügen auf der gesondert andere websites ausgewiesen und kommentiert werden?
- Wollen wir, falls wir irgendeine Art von Öffentlichkeit anstreben, eine Selbstdarstellung auf der page "about" platzieren? Wer will eine solche gegebenenfalls schreiben?
Nun denn, viel Spaß beim Posten und Kommentieren.
Lars Lippmann
P.S.: Entschuldigt das Pseudonym "charaktermaske", aber das wurde von meinem anderen blog übernommen.