Thesen zur Massenpsychologie des Kinos
Leider erst nachträglich stelle ich die Thesen zur Massenpsychologie des Kinos von Sonja Witte, die wir im März diskutiert haben, auf das blog:
Leider erst nachträglich stelle ich die Thesen zur Massenpsychologie des Kinos von Sonja Witte, die wir im März diskutiert haben, auf das blog:
Im Anschluss an unsere Diskussion zur psychoanalytischen Filmanalyse wurde auf die Dissertation von Mechthild Zeul hingewiesen, die unter folgenden Link veröffentlicht wurde:
Liebe ForumsteilnehmerInnen,
diesen Freitag möchte ich anhand von drei Thesen/Fragmenten, die ich aus meiner Diplomarbeit extrapoliert habe, mein Verständnis der psychoanalytischen Kulturanalyse darstellen. Ich stelle nun diesen Text als Rohentwurf auf das blog. Dieser Rohentwurf entspricht nicht den akademischen Standards, da ich nur teilweise die verschiedenen Mütter und Väter der hier entworfenen Gedanken angebe und wenn ich sie angebe z.T. ungenau mit den Quellenangaben bin. Zur Vorbereitung der Diskussion wird dieser Entwurf – so hoffe ich – genügen.
Ich entschuldige mich ausdrücklich für die späte Fertigstellung dieser Thesen. Ich dachte es würde mir leicht fallen die kulturtheoretischen und kulturanalytischen Überlegungen aus meiner Diplomarbeit zusammen zu fassen, doch das Gegenteil ist der Fall gewesen. Zum einen bin ich mittlerweile recht unzufrieden mit meiner Diplomarbeit, zum anderen erwies es sich als schwierig Momente aus der Argumentation der Diplomarbeit heraus zu reißen und neu zu begründen. Im Ergebnis bin ich nun auch mit den Thesen unzufrieden. Ich stelle deshalb auch meine Diplomarbeit auf das blog, vielleicht erhellen sich beide wechselseitig. Wer noch Lust und Zeit hat kann ja reinkucken.
Ich habe eine fragmentarische Form gewählt, damit wir am Freitag wählen können ob wir alle drei Thesen oder nur eine diskutieren wollen. Inhaltlich hängen die Fragmente zusammen und überschneiden sich z.T., lassen sich aber getrennt voneinander diskutieren.
Die Reihenfolge, in der ich die Thesen darstelle ist relativ systematisch, dies muss jedoch nicht die Reihenfolge sein, in der die Thesen diskutiert werden müssen – im Gegenteil: Ich würde gerne mit den methodischen Überlegungen zu den Paradigmen des doppelten Bodens und des Vexierbildes beginnen.
Laut Statistik wurde das blog bisher 1232 Mal aufgerufen. Die meisten Treffer erlangte dabei der Beitrag “blog zur Neuropsychoanalyse”. Die häufigsten Suchbegriffe sind: Neuropsychoanalyse, Hirnforschung, Psychoanalyse. Bei google landet das blog beim Suchbegriff Neuropsychoanalyse an vierter Stelle. Das Thema ist also allgemein von Interesse - ich fände es toll, falls jemand zu dem Kächele/Roth-Projekt berichten würde. Es wird bestimmt gelesen.
Ansonsten wurde das blog bis jetzt erst einmal verlinkt (http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Widescreen/links).
Nachdem auf dem letzten Forumstreffen von Frau Prof. Löchel die Fährte “Abduktion nach Aristoteles” ausgestreut wurde, habe ich mich im Netz auf Spurensuche begeben.
Der Begriff der Abduktion ist in der neueren Philosophiegeschichte vorallem durch C.S. Peirce bekannt geworden. Dieser bezieht sich auf die Schlussform der Apagoge, die Aristoteles von der Induktion und Deduktion abgrenzt (Erste Analytik II, 25, 69a) . “Die Übersetzung des Begriffs Apagoge mit Abduktion erfolgte 1597 erstmals durch Julius Pacius, einen Heidelberger Rechtsprofessor.” (vgl.:http://de.wikipedia.org/wiki/Abduktion_%28Wissenschaftstheorie%29)
Sehr schlicht formuliert wird allgemein unter Abduktion folgende Schlußform verstanden:
Wenn es regnet wird die Straße naß.
Die Straße ist naß.
Also hat es geregnet.
Ein streng formallogisch nicht erlaubter Schluß, da der Umkehrschluß nicht erlaubt ist - es kann auch ein Straßenreinigungsfahrzeug vorbei gefahren sein. Die Abduktion ist ein Schluss auf das Wahrscheinliche.
Einige Übersichtsartikel, die sich jedoch inhaltlich vorallem auf Peirce beziehen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Abduktion_%28Wissenschaftstheorie%29
http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/DENKENTWICKLUNG/Abduktion.shtml
http://www.lexika24.de/lexikon/medizin/a/abduktion.html
Wer seine Peirce Kenntnisse vertiefen will, sei an die Artikelsammlung der Homepage des Arbeitskreises Abduktionsforschung der Uni Frankfurt verwiesen:
http://user.uni-frankfurt.de/%7Ewirth/index.html
Aus dieser Sammlung möchte ich besonders auf den Aufsatz “Gültige Entdeckung des Neuen? Zur Bedeutung der Abduktion in der qualitativen Sozialforschung” von Jo Reichertz hinweisen - er scheint mir dem Begriff einigermaßen gerecht zu werden und ist leicht verständlich (wenn auch anti-psychoanalytisch):
http://user.uni-frankfurt.de/~wirth/texte/reich.htm
Insgesamt scheint sich die scientific community darin einig zu sein, dass die Abduktion als Schlussform im Gegensatz zur Induktion oder Deduktion das Neue zu lässt, aber gerade aus diesem Grunde nicht notwendig ist. Deshalb bedarf es nach der Abduktion, der Deduktion und schließlich der Induktion im Experiment. Ganz sicher bin ich mir jedoch nicht, insbesondere weil Jo Reichertz in einem anderen Text bestreitet, dass sich bei der Abduktion um eine Schlussform handelt - es sei vielmehr ein Handlungstypus. Dieser Artikel ist aber auch wegen der umfassenden Darstellung der Rezeptionsgeschichte der Theorie Peirces lesenswert:
http://www.uni-essen.de/kowi/reichertz/downloads/abduktion.pdf
Mir scheint mit meiner gefährlichen und frischen Halbbildung Peirce ein sympathischer und bis zum äußersten reflektierter Positivist zu sein. Der Begriff der Abduktion erscheint mir als Ausbruchsversuch aus der formalen Logik, der jedoch - so mein Verdacht - doch der formalen Logik verhangen bleibt, da er die Formen der Logik nicht auf ihre inhärente Dialektik reflektiert, bzw. inhaltlich begründet (der lexika24 Artikel nennt dem entsprechend die Dialektik nach Hegel als “konkurriende Wissenschaftstheorie”). Einiges, was Peirce schreibt läßt sich mit dem psychoanalytischen Prozeß in Einklang bringen, anderes nicht…
Soviel zur breit vorhandenen Nebenfährte. Über die Apagoge findet sich weniger im Netz. Z.B. folgender Eintrag aus Kirchners “Wörterbuch der philosophischen Grundbegriffe”:
http://www.textlog.de/1099.html
Dieser ordnet jedoch die Apagoge unter die rhetorischen Schlüsse ein.
Das schon zitierte 25. Kapitel des zweiten Buches der Analytik von Aristoteles findet sich hier:
http://www.aristoteles-heute.de/SeinAlsGanzesUnbewegt/Logik/Analytik1/Analytik1225.htm
Und wer es genau wissen will - und das wollen wir doch wohl -, der wird wohl auf der Suche nach antiken Schlußformen, die das neuzeitliche Denken aus sich ausgeschlossen hat, Aristoteles selbst ausführlicher studieren müssen und dabei folgende Quelle zu Rate ziehen:
http://www.aristoteles-heute.de/SeinAlsGanzesUnbewegt/Logik/Aristoteles%20-%20Organon.pdf
Das komplette Organon des Aristoteles als pdf mit praktischen Lesezeichen - manchmal liebe ich das Netz.
Liebe TeilnehmerInnen,
Hier noch einmal mein Zepf-Dokument…
Viele Grüße,
Bernd Nitzschke hat zahlreiche seiner Texte im Netz veröffentlicht (http://www.werkblatt.at/nitzschke/start.html). Für unsere Diskussion des Triebbegriffs halte ich besonders zwei Texte für interessant:
Die Bedeutung der Sexualität im Werk Sigmund Freuds
Der historische Hintergrund der Beziehungen zwischen akademischer Psychologie und Psychoanalyse
Im ersten Text setzt sich Nitzschke sehr detailiert mit dem freudschen Begriff der Sexualität und damit mit dem Begriff des Sexualtriebs, auseinander - sehr spannend so lange er dicht bei Freud bleibt. Im zweiten Text wird deutlich wie weitgehend Freud die Psychoanalyse als Psychologie verstanden hat und wie tiefgreifend zugleich die Differenzen zur akademischen Psychologie waren und sind.
Liebe ForumsteilnehmerInnen,
wie versprochen, stelle ich hiermit mein Referat über den Triebbegriff Lorenzers ins Netz. Es ist jedoch unvollständig und ich muss gestehen, dass ich z.Z. weder Zeit noch Lust habe es bis zum Ende auszuformulieren. Ich denke es dürfte genügen, wenn ich die Argumentation beim nächsten Treffen fort führe. Es fehlen die Diskussion des Kraftbegriffs, der Methode Lorenzers, des frühen Lorenzers, als auch Lorenzers Selbsteinschätzung Kritische Theorie zu betreiben. Ich werde hierfür bis zum nächsten Mal ein paar Zitate zusammen stellen.
Der Text: Sachvorstellung Erinnerungsspur Trieb
Da ich auf einen Vortrag von Christine Zunke (Das Gehirn als Material und Idee) bezug nehme, hier der Vortrag: gg.doc
Auch wenn die website schon den meisten ForumsteilnehmerInnen bekannt sein dürfte, so möchte hier nochmal auf die website der Tagung “Erinnerungsspuren - Überlebsel aus den Anfängen der Psychoanalyse” aufmerksam machen. Die Tagung findet vom 08.-10.12.06 in Bremen statt.
Aus der Ankündigung: “Anlässlich des 150. Geburtstages des Begründers der Psychoanalyse soll diese Tagung Gelegenheit bieten, 110 Jahre psychoanalytische Theoriebildung vor dem Hintergrund aktueller Fragestellungen kritisch zu hinterfragen. Der Brief, den Sigmund Freud am 6.12.1896 an Wilhelm Fließ schrieb, bietet sich dabei in besonderer Weise an, auch wenn die Idee auf den ersten Blick exzentrisch scheinen mag….”
Ich möchte hiermit alle ForumsteilnehmerInnen dazu einladen, an dem blog “Trieb und Spiel - Psychoanalyse und Game Studies” (http://triebundspiel.wordpress.com/) mitzuarbeiten. Das blog soll sich in erste Linie um Psychoanalyse und Computerspiele drehen, doch sind auch posts zu Kulturanalyse, psychoanalytischer Methode oder Kulturindustrie, bzw. Populärkultur, herzlich willkommen. Es reicht ein vorhandener wordpress account und eine mail an mich, damit ich eine Berechtigung zum Posten freischalte.